Wurzelgemüse Topinambur
Topinambur wird auch Jerusalemartischocke genannt. Es handelt sich um ein Wurzelgemüse. Es stammt aus Mittelamerika. In Europa wird er seit dem 17. Jahrhundert angebaut. Topinambur enthält keine Stärke wie die Kartoffel, sondern Inulin, ein stärkeähnliches Kohlehydrat, das Diabetiker besser vertragen.

Weit gereist und variantenreich
Topinambur ist eine mehrjährige Nutzpflanze, die jedoch einjährig kultiviert wird. Er ist anspruchslos und wächst fast überall. Besonders gerne hat er jedoch lockere Böden, die leicht sandig sind. Topinambur schätzt Sonne, gedeiht jedoch auch im Halbschatten und verträgt sowohl kühleres als auch warmes Klima.
Die auf dem europäischen Markt erhältlichen Knollen werden hauptsächlich aus den USA und Asien importiert, wo sich neben Russland und Australien die Hauptanbaugebiete des Topinamburs befinden. In Europa wird Topinambur hauptsächlich in Frankreich und den Niederlanden angebaut.
Zu den angebauten Sorten gehören unter anderem:
- Topstar: mit länglich-ovalen Knollen und sehr früher Ernte
- Patate: mit rundlichen Knollen, die zart rötlich gefärbt sind
- Lola: die mittelspät geerntet werden und deren Knollenform an Birnen erinnert
- Violet de Rennes: die sehr spät geerntet wird und deren Knollen spindelförmig und violett gefärbt sind
- Henriette: mit früher Ernte und länglichen Knollen
Tolle Knolle: Topinambur ist gesund
- Topinambur ist sowohl ausgesprochen fett- als auch kalorienarm (39 kcal auf 100 Gramm).
- Er besteht zu knapp 80% aus Wasser.
- Enthält eine Vielzahl an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, so zum Beispiel: Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Kupfer, Selen, Vitamin A, diverse B-Vitamine, Vitamin C, Vitamin E und Vitamin K.
- Reich an Ballaststoffen, für eine gute Verdauung (kann am Anfang, in manchen Fällen, zu Blähungen oder Durchfall führen).
- Auch für Diabetiker geeignet, da er den Blutzuckerspiegel nicht beeinflusst.
- Wirkt sich positiv auf die Darmflora aus.
Topinambur Wissenswertes
- Bereits etwa 4 Knollen decken den Kaliumbedarf eines Erwachsenen. Durch seinen Ballaststoffgehalt hält er lange satt und sorgt für eine gleichmäßige Zuckerabgabe ins Blut. Topinambur enthält außerdem Polyphenole, die antioxidativ und entzündungshemmend wirken und im Verdacht stehen, das Krebsrisiko zu senken.
- Das Wurzelgemüse ist ein Sonnenblumengewächs. Die Wurzeln wachsen an den Knollen. Topinambur-Knollen haben eine bräunlich-violette Schale und weißes bis cremefarbenes Fleisch.
- Das winterharte Gemüse hat von Oktober bis Mai Saison, natürlich ist es das ganze Jahr über in den Supermärkten erhältlich.
Köstliche Alternative

Topinambur ist vielfältig verwendbar - zu seinen Einsatzgebieten gehören:
- Viehfuttergewinnung
- das Brennen von Schnaps
- Zuckerherstellung
- Bioenergiegewinnung, wahlweise als Brennstoff oder zur Gewinnung von Bioethanol und Biogas
- Inulingewinnung für medizinische Zwecke
Verwendung in der Küche:
- Topinambur ist auch eine köstliche Bereicherung des Speiseplans. Die Knollen haben einen milden, nussigen Geschmack, der an eine Mischung aus Artischocken und Wasserkastanien erinnert.
- Sie können roh oder gekocht, gedünstet, gebacken oder geröstet verzehrt werden und sind auch für Diabetiker geeignet. Dazu muss man sie vorher nur gut waschen und am besten mit einer Gemüsebürste abschrubben.
- Ein Schälen ist nicht notwendig.
- Man kann die Knolle auch roh essen, für zum Beispiel ein Püree sollte man sie zwischen 15-20 Minuten in Wasser weich kochen.
- Durch ihre dünne Haut sind sie nicht so lagerfähig wie Kartoffeln, da sie leicht austrocknen.
- Topinambur schmeckt vorzüglich in Cremesuppen, Gemüsegratins, als Püree, als Kartoffelpuffer und auch in Salaten.
- Eine Prise Muskat bringt seinen feinen Eigengeschmack besonders gut heraus.
- Topinambur muss nicht geschält werden; es genügt, ihn vor der Zubereitung mit einer groben Bürste unter fließendem Wasser zu reinigen.