Marzipan - Delikatesse mit orientalischen Wurzeln
Marzipan ist sowohl aus der heimischen Küche und vor allem in der Weihnachtszeit nicht wegzudenken. Viele kleine Köstlichkeiten werden aus und mit Marzipan hergestellt, Torten damit verziert und liebevolle kleine Figuren daraus geformt. Doch woher stammt Marzipan eigentlich und woher stammt sein Name? Lesen Sie hier nun mehr über die köstliche Süßware!

Marzipan gilt als wandlungsfähige Delikatesse, die von Pralinen bis zu Weihnachtsgebäck in verschiedenen Rezepten zu glänzen weiß. Doch woher kommt Marzipan und welche Produkte ähneln ihm?
Der Namensgebung auf der Spur
Die Ursprungsgeschichte von Marzipan gibt viele Rätsel auf. So beginnen die Unklarheiten bereits bei der Herkunft des Namens. Klar ist: Im 16. Jahrhundert war in Italien das Wort marzapane bekannt, das wohl dem Wort Marzipan eine sprachliche Vorlage lieferte. Über den eigentlichen Ursprung des Namens gibt es mehrere Theorien:
- Matapan, die venezianische Bezeichnung einer Münze, die sich an das persische mautaban anlehnt.
- Die persische Adelsbezeichnung märzäpan.
- Das lateinische marci panis, was so viel wie Markusbrot bedeutet.
Lokale Legenden - Lübeck & Königsberg

- Zahlreiche Legenden gibt es über den Ursprung des Marzipans.
- Keine Stadt ist so eng verbunden mit der Delikatesse wie Lübeck.
- So soll als Antwort auf eine Hungersnot - und einer Knappheit an Mehl - im Jahr 1407 in der Stadt Zucker und Mandeln zu der Delikatesse vermischt und so die heute bekannte Variante des Marzipans erfunden worden sein.
- Eine ähnliche Geschichte gibt es über die Stadt Königsberg im Jahr 1409.
- Doch Mandeln waren zu jener Zeit eine kostbare Rarität, die nicht einfach eine Hungersnot hätte überbrücken können.
- Logischer ist der Ursprung im Orient, wo der Mandelbaum historisch zuhause ist.
- Von dort kam das Marzipan wohl über Handelsrouten und das historische Venedig nach Europa.
Der weite Weg des Marzipan
Hinweise auf die Wurzeln des Marzipan liefert der persische Arzt Rhazes in seinen Aufzeichnungen aus dem 9. Jahrhundert.
Er beschreibt die heutige Delikatesse als wichtiges medizinisches Mittel für Magen und Darm, gar mit einer positive Wirkung auf die Potenz.
Aus den orientalischen und arabischen Raum kam das Marzipan über die prominenten Handelsrouten nach Europa. Hier verbreitete es sich vor allem nach Venedig und Spanien, bis die Delikatesse auch im nördlichen Europa Fuß fasste.
Persipan und Co. - Verwandte Produkte

Mit der Zeit haben sich prominente verwandte Produkte zum Marzipan entwickelt. Dazu gehören:
- Persipan: Die wohl bekannteste Alternative, die auf Obstkernen von Pfirsich und Marille basiert. Der intensive Geschmack des Persipan ist speziell in Weihnachtsgebäck und Stollen, seltener jedoch in Pralinen zu entdecken.
- Pistazienmarzipan: Auch als grünes Marzipan bekannt, gilt es als aromatische Alternative zum klassischen Marzipan.
- Paranuss-Marzipan: Neben Pistazie bildet auch die Paranuss eine populäre Alternative.
- Nougat: Als verwandt gelten zugleich Nussfüllungen wie Nougat. Sie können je nach Gebäck als gute Alternative verwendet werden.
- Resipan: Zu den historischen Kuriositäten zählt das Resipan, das vor allem in der DDR verbreitet war. Es bestand typischerweise aus einer Art Maisgries.
Fazit & Tipps

Obwohl die Geschichte des Marzipans aus zahlreichen Legenden und Rätseln besteht, lassen sich die geschichtlichen Wurzeln klar bis in den historischen Orient und das mittelalterliche Südeuropa zurückverfolgen.
Zu den variantenreichen Alternativen des Marzipans gehört beispielsweise das Persipan aus Obstkernen. Doch ist die Qualität von hochwertigem Marzipan aus Mandeln nur schwer zu ersetzen. Dabei eignet sich die Köstlichkeit auch wunderbar zum Garnieren von Kuchen, Torten oder festlichem Gebäck.