Misfits, die Freaks in der Küche
Obst und Gemüse müssen perfekt sein, in jeder Hinsicht. Perfekt groß, perfekt gerade, perfekt in der Farbe. Aber warum? Die Natur ist natürlich, aber nicht perfekt. Eine gerade Gurke schmeckt nicht anders, als eine krumme. Misfits, weg vom Perfektionswahnsinn.

Die Karotten, Kartoffeln, Gurken und Äpfel sind im Supermarkt immer perfekt.
Jedoch wird auch unperfektes Obst und Gemüse geerntet.
Diese Misfits sollten endlich ihren Weg in die Küche finden.
Was bedeutet Misfits?
- Misfits sind Gemüse- und Obstsorten, die nicht perfekt gewachsen sind.
- Leider landen sie häufig im Müll, verbleiben auf dem Acker oder werden nicht geerntet.
- Die Gurken und die Wetteräpfel mögen ihre Schönheitsfehler haben, jedoch sollten sie trotzdem ihren Platz in der Ernährung haben.
- Auch ihnen gebührt Wertschätzung.
Weg von der Perfektion

Warum müssen Gurken und Zucchini immer perfekt sein?
Sie wachsen nicht nach einer vorgegebenen Norm, sondern regional und saisonal in großer Vielfalt.
Unperfektes Gemüse sorgt für Abwechslung in der Küche.
Es regt zu einem kreativen Umgang mit frischen Lebensmitteln an.
Selbst Kinder haben ihre Freude an den Misfits.
Und beim Kochen ist das Aussehen ohnehin zweitrangig.
Was es beispielsweise an Misfits gibt:
- dreibeinige Karotten
- herzförmige Kartoffel
- übergroße Zucchini
- Kohlrabis mit großen Rissen
- Äpfel mit Hagelschäden
Ist schief und krumm schlechter?
Die Außenseiter-Rolle haben unperfektes Obst und Gemüse nicht verdient.
Es schmeckt ja schließlich genauso gut und hat die gleichen gesunden Inhaltsstoffe.
Vielleicht ist es ein bisschen schwerer zu verarbeiten. Kartoffeln, die keine glatte Oberfläche haben, lassen sich nicht gut schälen.
Und die Tomate mit ihren seltsamen Nasen lässt sich nicht in perfekte Scheiben schneiden.
Die Äpfel müssen geschält werden, weil sie Hagelschäden haben.
Weniger wert ist dieses nicht normgerechte Obst und Gemüse deshalb nicht.
Ein perfektes Rezept um Misfits zu verarbeiten ist zum Beispiel ein einfaches Letscho:
Sonderlinge sind natürlich
Wie Obst und Gemüse wächst, hängt von verschieden Faktoren wie beispielsweise der Bodenbeschaffenheit und den Wettereinflüssen ab.
Und so gedeiht es regional und saisonal doch eher, wie die Natur es will.
Gründe für unperfekt wachsendes Obst und Gemüse:
- ein verdichteter oder steiniger Boden
- ein Ungleichgewicht an Nährstoffen
- Wurzelschädlinge, die zu einem kümmerlichen Wuchs führen
- später Frost
- Trockenheit
- Hagelschauer
Das große Umdenken muss beginnen

30 Prozent der Ernte ist nicht perfekt und findet aus diesem Grund nicht den Weg in den Handel. Stattdessen wird sie aussortiert.
Das ist wenig ressourcenschonend. Vielmehr verursacht es eine große Lebensmittelverschwendung.
Denn viel von diesem Obst und Gemüse wird nicht angeboten, weil es für unverkäuflich gehalten wird.
Gegenüber den Produzenten ist das unfair. Deshalb muss ein anderer Umgang mit diesen wertvollen Ressourcen stattfinden.
Das lässt sich erreichen, wenn die Verbraucher umdenken und beginnen, Obst und Gemüse auch dann mit Wertschätzung zu begegnen, wenn es nicht dem Schönheitsideal entspricht.
Tatsächlich gibt es mit Schönheitsfehlern behaftetes Obst und Gemüse schon auf dem Wochenmarkt und bei regionalen Landwirten.
Sogar einige Supermärkte haben reagiert und verkaufen krumme Karotten und Wetteräpfel.
Es lohnt sich, hier zuzugreifen, damit es noch mehr Misfits in den Handel schaffen.

Fazit
Jede Ernte bringt Misfits mit sich.
Doch sind auch diese Lebensmittel wertvoll.
Das unperfekte Obst und Gemüse schmeckt ebenfalls gut und wer es für sich entdeckt, setzt der Lebensmittelverschwendung nachhaltig etwas entgegen.
Perfekte Misfits Rezepte