Sauerteig Basics

Viele Hobbybäcker schwören auf Sauerteig, denn Sauerteig ist das i-Tüpfelchen für ein wirklich gutes Brot. Er ist fixer Bestandteil der Backstube, aber auch ein prekäres Vorhaben für Anfänger. Doch hat man mal den Dreh heraus, macht es umso mehr Spaß den Teig zu vermehren und sein eigenes Brot damit zu backen.

Sauerteig Basics
Aus einem Sauerteig entsteht ein herrlich knuspriges, selbstgebackenes Brot.

Der Duft von frischem Brot ist einfach unwiderstehlich. So auch die Freude, es aus dem Ofen zu holen. Doch wie gelingt ein herrlich knuspriges Brot ohne viel Aufwand? Zu aller erst benötigt man Zeit und Geduld, denn wer ein wirklich geschmacklich gutes Brot zaubern möchte, sollte einen Sauerteig ansetzen.

Dieser Teig benötigt mindestens 4 Tage zum Reifen und Gedeihen. Am 5. Tag kann dann köstliches Brot oder anderes beliebiges Backwerk aus Sauerteig gebacken werden.

In unserer Sauerteig Anleitung findet man die dazugehörigen Basics bis hin zum eigenen gebackenen, herrlich duftenden Brot:

Zutaten für den Sauerteigansatz

  • 200 g Roggenmehl (Typ 960)
  • 200 ml Wasser (zimmerwarm)

Küchenutensilien

  • Schraubglas mit Deckel (sterilisiert)
  • Kochlöffel (sterilisiert)
  • Tuch oder Frischhaltefolie zum Abdecken

Herstellung

Tag 1:

Sauerteig Basics
Am 1. Tag die Zutaten Mehl und Wasser verrühren, abdecken und stehen lassen.

Von den oben angeführten Zutaten 50 g Roggenmehl und 50 ml Wasser in einer Schüssel mit einem Kochlöffel gut verrühen. Diese Masse mit einem Küchentuch zudecken und bei Zimmertemeratur für 24 Stunden stehen lassen.

Tag 2:

Sauerteig Basics
Am 2. Tag sieht der Sauerteig anfangs etwas hart aus.

Nach den 24 Stunden das Geschirrtuch entfernen und erneut 50 g Roggenmehl und 50 ml Wasser zufügen. Nochmals gut mit dem Kochlöffel verrühren. Wieder mit einem Geschirrtuch abdecken und erneut 24 Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen.

Tag 3:

Sauerteig Basics
Am 3. Tag bilden sich die ersten sichtbaren Luftbläschen.

Nochmals das Geschirrtuch entfernen, 50 g Roggenmehl und 50 ml Wasser zufügen. Wieder mit dem Kochlöffel gut verrühren. Abdecken und 24 Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen.

WICHTIG

  • Es bilden sich bereits die ersten Luftbläschen
  • Riecht er leicht säuerlich, ist alles gut gegangen. Riecht er verdorben muss der Teig entsorgt werden.

Tag 4:

Sauerteig Basics
Am 4. Tag hat der Sauerteig eine schöne Größe erreicht.

Nun zum letzten Mal 50 g Roggenmehl und 50 ml Wasser hinzugeben, verrühren, abdecken und 24 Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen.

Tag 5

Sauerteig Basics
Am 5. Tag kommt der Sauerteig in ein Schraubglas und der Rest kann zum Brot backen verwendet werden.

Heute ist der große Tag an dem der Sauerteig fertig ist. Und nicht nur das. Jetzt besteht die Möglichkeit, ihn zu teilen. Das heißt, ein Teil wird für das Brot backen verwendet und ein Teil kommt in das vorbereitete Schraubglas, in den Kühlschrank.

Brot backen mit Sauerteig

Sauerteig Basics
Ein Sauerteigbrot wie vom Bäcker, schmeckt und ist ein tolles Backerlebnis.

Sein eigenes Brot mit Sauerteig zu backen, sollte unbedingt mal ausprobiert werden. Eine genaue Anleitung zum Brot backen gibt es hier:

Brot backen mit Sauerteig in unserer Schritt für Schritt Anleitung:

oder hier das Rezept:

Die weitere Verwendung vom Sauerteig

Sauerteig Basics
Der restliche Sauerteig kommt in das Schraubglas und in den Kühlschrank.

Der Sauerteigansatz hält sich im Kühlschrank, gut verschlossen 10-14 Tage. Will man dann erneut sein eigenes Brot backen, muss der Sauerteigansatz aktiviert bzw. "gefüttert" werden:

Dazu den Sauerteigansatz aus dem Kühlschrank nehmen und auf Zimmertemperatur bringen.

Dann "füttert" man den Ansatzteig - dazu in einem frischen sterilen Glas:

  • 20-50 g Sauerteigansatz
  • 100 g Roggenmehl (Typ 960)
  • 100 ml Wasser (lauwarm)

verrühren und den Sauerteig für 8-12 Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen. Dabei sollten sich erneut Luftbläschen (Säurebakterien) bilden. Der Sauerteig ist nun aktiv und backfähig.

Die benötigte Menge Sauerteig zum ausgewählten Brotrezept geben, den Rest als Ansatz, gut verschlossen in einem Schraubglas in den Kühlschrank stellen.

Tipp:

  • Dieser Vorgang kann beliebig lange, ja sogar Jahrelang wiederholt werden.
  • Dennoch wird empfohlen aus hygienischen Gründen bzw. nach einem halben Jahr wieder einen neuen Sauerteig anzusetzen.
  • Zum "füttern" bzw. neu Ansetzen immer ein frisches neues Glas verwenden!

Sauerteig trocknen

Eine weitere Variante um Sauerteig aufzubewahren ist, eine einfache Trocknungsmethode:

  • Dazu dem Sauerteigansatz soviel Roggenmehl zufügen, bis ein sehr fester Teig entsteht.
  • Diesen Teig mit einem Nudelholz 2 cm dick ausrollen und einige Tage trocknen lassen.
  • Danach den getrockneten Teig mit den Händen fein zerbröseln und die Krümel zu Pulver verarbeiten, das Pulver trocken in einem sauberen Schraubglas aufbewahren.

Getrockneten Sauerteig verwenden

  • 10 g Sauerteigpulver
  • 100 g Roggenmehl (Typ 960)
  • 120 ml Wasser (lauwarm)

Sauerteigpulver, Roggenmehl und Wasser in einer Schüssel verrühren, mit einem Tuch zudecken und für mindestens 24-30 Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen. Es zeigen sich erst Bläschen im Teig. Danach kann der Sauerteig wie gewohnt nach Rezept verwendet werden.

Beachtenswertes

  • Normalerweise wird für Sauerteig Roggen-Vollkornmehl verwendet. Es kann aber auch Weizen- oder Dinkelmehl verwendet werden.
  • Bei der Herstellung von selbstgemachtem Sauerteig ist es besonders wichtig, auf Sauberkeit zu achten. Ein kleines Krümelchen kann den kompletten Teig verderben. Daher sollten Schraubgläser, Schüssel und Kochlöffel zu 100 Prozent sauber sein, am besten frisch aus dem Geschirrspüler.

Fazit

Die Zubeitung ist kinderleicht, da nur zwei Zutaten für den Sauerteig nötig sind.

Mit dem übrigen Sauerteig der in den Kühlschrank kommt, spart man viel Zeit da der Sauerteig nicht erst reifen muss, sondern bereits vorbereitet ist und für Brotrezepte verwendet werden kann.

Ein Brot aus Sauerteig schmeckt sehr knusprig und luftig zugleich, es ist ein herrliches Erlebnis sein eigenes Brot aus dem Ofen zu holen.

Kommentare

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MaryLou
In diesem Artikel ist die Zubereitung von einem Sauerteig wirklich sehr schön beschrieben. Ich bin schon gespannt, morgen sollte meiner fertig sein.
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Millavanilla
Die Zubereitung eines Sauerteiges ist wirklich nicht schwer. Das Wichtigste dabei ist immer die Sauberkeit - sonst wird es nichts! :-)
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Pesu07
Genau, der Artikel beschreibt das sehr schön und gut. Brot mit Sauerteig gemacht, das schmeckt uns einfach viel besser.
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Pesu07
Mit dieser Menge an Roggenmehl und Wasser hab ich das auch gemischt, nur bedecke ich das mit feinen Zwiebelringen und stelle es in den Kühlschrank - funktioniert auch sehr gut.
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MaryLou
Wie machst du das mit den Zwiebelringen? Wenn der Sauerteig fertig ist, dann die Zwiebelringe drauflegen und in den Kühlschrank geparkt bis zu nächsten Verwendung oder anders?
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Pesu07
Ich mache es wie folgt: 200 Gramm Roggenmehl mit ca. 400 ml Wasser verrühren und mit Zwiebelringen bedecken. Das ganze zugedeckt 24 h an einem warmen Ort stehen lassen. Danach Zwiebelschicht entfernen, wieder dieselbe Menge Roggenmehl dazugeben, Wasser dazu (bis es eine weiche Konsistenz erhält), wieder 24 h stehenlassen. Danach nochmals dieselbe Menge Roggenmehl dazu, mit Wasser verrühren und nochmals 24 h stehen lassen - fertig. Vor der Weiterverarbeitung entnehme ich aus der Mitte ca. 200 Gramm für das nächste Mal und stelle es in den Kühlschrank, Rest ist fürs Brotbakcen.
Maarja
Maarja
Das mit den Zwiebelringen habe ich noch nie gehört. Ist interessant! Schmeckt der Teig dann zwiebelig? Und welchen Zweck hat das?
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Pesu07
Nein, den Zwiebelgeschmack hat man nicht. Grund für die Verwendung der Zwiebelringe: Ein Koch beschreibt das wie folgt: "Die Zwiebelringe auf dem Sauerteig sorgen dafür, dass zu Beginn der Sauerteigbereitung keine unerwünschten Bakterien sich im Sauerteigansatz bilden. Die Zwiebel "erschreckt" die Bakterien."
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Geloschter_User
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GuteKueche-Admin
GuteKueche-Admin
Wenn du den ersten Sauerteig hergestellt hast - gibst du den Rest in ein Glas und bewahrst ihn im Kühlschrank auf (nicht länger als 7-10 Tage). Sobald du neues Brot backen möchtest die Sauerteigmenge wie im Rezept angegeben für dein Brot entnehmen und daraus wie gewohnt dein Brot backen - den Rest in ein neuen frisches Glas geben ca. 20 g und mit Mehl 100 g und Wasser 100 ml füttern - gut verrühren und für ca. 8 Std bei Zimmertemperatur stehen lassen (gehen lassen, mit offenem Glas) dann ab in den Kühlschrank bis du neues Brot backen möchtest.
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GuteKueche-Admin
GuteKueche-Admin
die 20 g sind minimum kann auch mehr sein ;)
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Thanya
Thanya
Ich spiele schon seit längerem mit dem Gedanken selbst Sauerteig und damit dann Brot zu machen. Danke für die ausführliche Anleitung.
Maarja
Maarja
Danke für die tolle Anleitung. Ich werde mich dranmachen wenn ich mal die Zeit dazu habe. Es kommt ja jetzt die Zeit in der man mehr Zuhause ist
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Kanguruh1
Ich mache alle meine Brote und Weckerl ausschließlich mit Sauerteig. Sowohl Roggensauerteig als auch Lievito Madre!
Katerchen
Katerchen
Das werde ich doch mal probieren, einen Sauerteig selbst zu machen. Bisher habe ich fertigen Sauerteig aus dem Handel verwendet.
Katerchen
Katerchen
Eine sehr schöne Anleitung, um Sauerteig selbst herzustellen. Brot mit Sauerteig schmeckt viel besser als wenn es mit Germ gebacken wird.
Maarja
Maarja
Wie ist das, wenn man den Sauerteig trocknet mit der Haltbarkeit? Getrocknet hält er doch sicher länger als eine Woche?
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