Rumtopf - Schicht für Schicht zum Genuss
Im Juni schon an die Adventszeit denken? Ja warum denn nur? Weil im Juni die Rumtopfzeit startet! Wer jetzt mit frischen Früchten vorsorg, hat in der kalten Jahreszeit eine saisonale und regionale Köstlichkeit aus Omas Zeiten.

Düfte prägen unser Leben und wirken sich positiv auf das Wohlbefinden aus.
In Großmutters Küche gab es im Winter zwei typische Gerüche.
Der Duft von feinster Weihnachtsbäckerei und der süßlich-fruchtige Duft von in Rum eingelegtem Obst.
Und heute? Heute feiert der Rumtopf ein grandioses Revival.
Was ist ein Rumtopf?
Kurz gesagt, handelt es sich bei einem Rumtopf um das Einlegen und Haltbarmachen von Früchten.
Wie der Name schon besagt, werden die Früchte nicht zu Marmelade, Säften oder Mus verarbeitet und so für den Winter haltbar gemacht, sondern es wird hochprozentiger Rum und Zucker verwendet.
Was benötigt man alles?
- ein luftdicht verschließbares Gefäß
- Früchte
- Rum, Wodka oder Weinbrand
- Zucker
Im Handel werden Gefäße in verschiedenen Größen und aus unterschiedlichen Materialien angeboten.
Am besten sind aber Rumtöpfe aus Steingut oder Keramik.
Welche Früchte gehören in einen Rumtopf?

Wird der Rumtopf nach Omas Wissen angesetzt, werden die Früchte ressourcenschonend und nachhaltig in Alkohol konserviert.
Es stimmt zwar, dass im Prinzip fast alle Früchte verwendet werden können, doch es sollten nur jene in den Rumtopf kommen, die regional und saisonal geerntet werden.
In den traditionellen Rumtopf gehören deshalb:
Von wann bis wann wird ein Rumtopf befüllt?
Gestartet wird im Spätfrühling mit den Erdbeeren.
Einige Erdbeersorten sind bereits im Mai, die restlichen Sorten Anfang Juni erntereif.
Weiter geht es mit den Marillen und Pfirsichen, die je nach Region Mitte bis Ende Juni geerntet werden.
Im Juli folgen Himbeeren und Kirschen.
Verabschiedet sich schön langsam der Hochsommer, vervollständigen Ringlotten und Zwetschken den Rumtopf.
| Mai | Erdbeeren |
| Mai, Juni | Süßkirschen |
| Juni, Juli | Marillen, Sauerkirschen, Pfirsiche |
| Juli, August | Zwetschken, Ringlotten, Himbeeren |
| September | Weintrauben |
| Oktober | Birnen |
Wie bereitet man einen Rumtopf zu?
Die Früchte müssen ganz reif, aber nicht überreif sein.
Nach dem Waschen wird der Stiel entfernt.
Marillen, Pfirsiche, Zwetschken und Ringlotten werden halbiert, wer möchte kann sie zuvor noch blanchieren und schälen.
Alle Beerenfrüchte werden im Ganzen belassen.
Kirschen können entsteint werden, müssen sie aber nicht. Lässt man den Kern drinnen, sehen sie im nachhinein schöner aus, entfernt man den Kern geben sie mehr Saft ab.
In einen großen Steinguttopf kommen ein Liter Rum, Wodka oder Weinbrand und nach und nach die verschiedenen Obstsorten und der Zucker.
Begonnen wird mit der Obstsorte, die am frühesten reif ist.
Der Topf wird immer gut verschlossen und an einen kühlen Ort gestellt, bis man wieder die Gelegenheit hat, saisonales und regionales Obst zu ernten.
Wann ist der Rumtopf fertig und wie genießt man ihn?
Wer sich streng an Omas Wissen hält, genießt den Rumtopf am 1. Adventsonntag.
So war es früher Brauch. Heute wird oft schon Ende Oktober das Obst gegessen.
Das eingelegte Obst schmeckt pur, mit Schlagobers oder gemeinsam mit einem Stück Kuchen oder Torte.
Eine beliebte Variante ist, die Früchte mit Eis zu servieren.
Auch im Cocktail machen sie eine gute Figur.
Weitere Rezepttipps mit Rumtopf-Früchten
- Rumtopf selbst ansetzen
- Vanille-Creme mit Rumtopf
- Rumtopf-Marmelade
- Honigeis mit Rumtopffrüchten
- Rumtopf-Strudel
Was kann man falsch machen?
- Es muss immer darauf geachtet werden, dass das Obst mit Rum bedeckt ist. Ist das nicht der Fall, muss Alkohol nachgefüllt werden.
- Die Früchte dürfen nicht an der Oberfläche schwimmen und nicht zu faulen beginnen.
Was gibt es zu beachten?
- Kirschen können mit dem Kern eingelegt werden. Der Vorteil ist, dass die Früchte ihre Form behalten. Werden sie entsteint, geben sie mehr Saft an den Rumtopf ab.
- Die Menge an Früchten und Zucker kann ganz nach dem individuellen Geschmack bestimmt werden. Als Faustregel gilt: Bei der Erstbefüllung kommen auf 500 Gramm Früchte auf 500 Gramm Zucker, dann für jede weitere Frucht (ebenfalls 500 g), nur noch 250 Gramm Zucker. Es kann auch brauner Zucker verwendet werden.
Fazit
In den Rumtopf kommen regionale Früchte je nach Saison.
Was schon unsere Omas wussten, gewinnt heute im Sinne der Nachhaltigkeit immer mehr an Bedeutung.